Wer ein reines Elektroauto besitzt, hat in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Prämie über die sogenannte THG-Quote. Viele Halter wissen davon, lassen das Geld aber liegen, weil der Vorgang zunächst kompliziert klingt. Tatsächlich ist er in den meisten Fällen in wenigen Minuten online erledigt.
THG steht für Treibhausgas. Mineralölkonzerne sind gesetzlich verpflichtet, den CO2-Ausstoß der von ihnen verkauften Kraftstoffe schrittweise zu senken (Treibhausgasminderungsquote). Wer das nicht durch eigene Maßnahmen schafft, kann Minderungszertifikate von Elektroauto-Haltern kaufen — denn ein E-Auto spart im Vergleich zu einem Verbrenner rechnerisch CO2 ein, das dem Quotenverpflichteten gutgeschrieben werden kann.
Anspruchsberechtigt sind Halter von reinen Elektrofahrzeugen (BEV) sowie bestimmten Elektro-Nutzfahrzeugen und E-Bussen. Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen. Auch Ladesäulenbetreiber können für den abgegebenen Strom eine Quote geltend machen, das betrifft aber primär Unternehmen.
Die Höhe schwankt jährlich mit dem Marktpreis für die Zertifikate. In den vergangenen Jahren lagen die ausgezahlten Beträge für private PKW meist zwischen 40 und 150 Euro pro Jahr und Fahrzeug — deutlich niedriger als in den ersten Jahren nach Einführung, als teils über 300 Euro gezahlt wurden. Der Markt hat sich seither normalisiert, da mehr Anbieter und mehr E-Autos um dieselbe Quotenmenge konkurrieren.
Über spezialisierte Vermittlerplattformen reicht man Fahrzeugschein-Daten und Halterbestätigung ein, die Plattform bündelt die Zertifikate vieler Halter und verkauft sie an die Mineralölkonzerne. Die Auszahlung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate nach Antragstellung. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden, kann aber oft für mehrere Jahre im Voraus vereinfacht beauftragt werden.
Bei einem Online-Antrag von unter 10 Minuten und einer jährlich wiederkehrenden Zahlung ist der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag gering. Die THG-Quote ersetzt keine große Kostenposition, sollte aber bei der Gesamtrechnung eines E-Autos nicht vergessen werden — sie reduziert die laufenden Kosten zusätzlich zu den ohnehin niedrigeren Energiekosten gegenüber einem Verbrenner.
Wie sich Ladekosten und Steuervorteile insgesamt auf die Gesamtkosten eines konkreten Modells auswirken, zeigt der Kostenrechner.
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