Wer von einem Verbrenner auf ein Elektroauto umsteigt, fragt sich meist als Erstes: Was kostet das Laden eigentlich im Alltag? Die Antwort hängt stark davon ab, wo geladen wird — und das macht bei den Kosten pro 100 Kilometer oft einen Unterschied von mehreren hundert Prozent.
Wer eine eigene Wallbox oder zumindest eine Schuko-Steckdose in der Garage hat, lädt in der Regel am günstigsten. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 30 Cent pro kWh und einem Verbrauch von 18 kWh auf 100 Kilometern liegen die reinen Energiekosten bei etwa 5,40 Euro pro 100 Kilometer. Wer einen dynamischen Stromtarif nutzt und nachts lädt, kann diesen Betrag nochmal spürbar drücken.
An öffentlichen AC-Ladesäulen (Wechselstrom, meist 11 oder 22 kW) liegen die Preise je nach Anbieter zwischen 40 und 55 Cent pro kWh. Damit steigen die Kosten für 100 Kilometer schnell auf 7 bis 10 Euro. Hinzu kommt oft ein Blockiergebühr-Modell, wenn man länger als nötig stehen bleibt.
An DC-Schnellladesäulen (z. B. entlang von Autobahnen) zahlt man häufig zwischen 45 und 79 Cent pro kWh, bei manchen Anbietern ohne Vertrag sogar deutlich mehr. Für eine Ladung von 20 auf 80 Prozent bei einem 60-kWh-Akku können so schnell 15 bis 25 Euro zusammenkommen. Wer regelmäßig Langstrecke fährt, sollte sich einen Ladetarif mit Monatsgebühr ansehen — die reduzieren den kWh-Preis oft erheblich.
Die maximale DC-Ladeleistung eines Modells (in kW angegeben, z. B. bei den Modellseiten auf dieser Website) bestimmt, wie schnell überhaupt geladen werden kann — nicht, was es kostet. Ein Fahrzeug mit 150 kW Ladeleistung lädt schneller als eines mit 90 kW, zahlt an derselben Säule aber denselben Preis pro kWh. Wer viel unterwegs ist, profitiert also vor allem zeitlich von einer hohen Ladeleistung, nicht finanziell.
Für eine grobe Einschätzung der monatlichen Ladekosten hilft folgende Rechnung: Jahreskilometer geteilt durch 100, multipliziert mit dem Verbrauch in kWh/100km, multipliziert mit dem durchschnittlichen kWh-Preis, geteilt durch 12. Wer überwiegend zuhause lädt, kann mit dem Heimstrompreis rechnen; wer auf öffentliche Säulen angewiesen ist, sollte einen Mischpreis von 40–50 Cent ansetzen.
Einen konkreten Vergleich für ein bestimmtes Modell — inklusive Break-Even gegenüber einem Verbrenner — liefert der Kostenrechner auf dieser Seite.
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